Um das Jahr 1200 v. Chr. segelten die Phönizier aus dem östlichen Mittelmeerraum zu den Küsten des heutigen Tunesien. Im Jahr 814 gründeten sie Karthago. Bis 146 v. Chr., als die Römer die Stadt dem Erdboden gleichmachten, war es das Zentrum eines bedeutenden Reichs der Antike. Im Lauf der Jahrhunderte drangen Vandalen, Byzantiner, Araber, Türken und Franzosen in das Land ein.
Heute stellt der Fremdenverkehr eine der Grundlagen der Wirtschaft dar. Auch Erdöl, das in der Sahara nahe der algerischen Grenze gefördert wird, sowie Phosphate haben einen bedeutenden Anteil an den Einnahmen des Landes.
Tunesien war von 1881 bis 1946 französisches Protektorat. Danach gehörte es der Französischen Union an, und seit 1956 ist es unabhängig.
Fläche: 163.610 km²
Einwohner: 9,92 Mio/ 50,6 je km²
Staatsform: Präsidiale Republik
Kultur
Die Regierung fördert Investitionen ausländischer Firmen im industriellen Bereich mit Steuererleichterungen. Die mehr traditionellen Industriezweige verarbeiten landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Oliven, Weizen, Gerste, Mandeln, Obst, Gemüse und Datteln, und außerdem stellen sie einen guten Wein her. Doch die alten Handwerkszweige sind es, die Tuenesien seinen Reiz verleihen. Frauen, die auf niedrigen Polstern hocken, weben prachtvolle Teppiche auf handwebstühlen oder besticken Stoffe mit traditionellen Mustern. Keramikfliesen werden im islamischen Stil bemalt, in dem auch die Innenräume der Moscheen ausgeschmückt sind. Töpferwaren, Kupferarbeiten und Lederwaren gehören zu dem vielfältigen Warenangebot in den Souks, den Märkten, die in den engen Gassen der Medina, des alten islamischen Stadtviertels abgehalten werden.
Auch die Moscheen liegen meist in der Medina. Tunesien ist ein islamisches Land, hat jedoch keine fanatischen Moslems. Und seitdem Tunesien unabhängig geworden ist, brauchen die Frauen keinen Schleier mehr zu tragen. Die Sidi-Okba-Moschee von Kairouan ist für die Moslems eine der heiligsten Stätten. Ein siebenmaliger Besuch der Moschee zählt soviel wie eine Pilgerfahrt nach Mekka. Die islamische Architektur findet ihren schönsten Ausdruck in den Moscheen von Tuis, Sousse, Sfax und Kairouan.
In Tunesien gibt es beachtenswerte Überreste aus der Antike. An etlichen Stellen findet man Tempel, Thermen, Theater und Foren, z.B. in Dougga, el Djem, Thuburbo, Majus, Sbeitla und Maktar. Die Geschichte Karthagos zieht viele Touristen an. Den Römern war die Kultur, die sie in Karthago zerstörten, so verhaßt, dass sie die Stadt dem Erdboden gleichmachten. Was bleibt, sind die Ruinen von Bauten, welche die Römer an der Stelle des alten Karthago errichteten.
Lage
Lage: Nordafrika (7° O – 12° O / 30° N – 37° N)
Nördliche Grenze: Mittelmeer
Östliche Grenze: Mittelmeer + Libyen
Westliche Grenze: Algerien
Tunesien liegt an der Mittelmeerküste Nordafrikas, 130 km südwestlich von Sizilien und 160 km südlich von Sardinien. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, mit Klippen an der Nordküste und Wäldern im Landesinneren sowie tiefen, fruchtbaren Tälern und Wüsten, steilen Bergen und salzigen Niederungen, die unter dem Meeresspiegel liegen. Südlich von Gafsa und Gabès beginnt die Sahara. Vor der über 1000 km langen Küste liegen zahlreiche kleine Inseln, darunter Djerba im Süden und Kerkennah im Osten. Mit Pinien bewachsene Hügel erstrecken sich vom Nordwesten bis zum Südosten, dahinter liegen saftiges Weideland, Obstgärten, Weingüter und Olivenhaine.
Klima
Bestimmend für das Wettergeschehen in Tunesien ist der Wechsel zwischen dem Mittelmeerklima und dem Wüstenklima. Entlang der Küste und im Norden herrschen typisch mediterrane Bedingungen, sprich warme, trockene Sommer und milde, relativ niederschlagsreiche Winter. Je weiter man in den Süden und an den Saharagürtel kommt, desto trockener und heißer wird das Klima. Im Sommer sind in den Wüstenregionen nur die frühen Morgenstunden und der Abend erträglich, zudem bekommt man ständig Sand ins Gesicht geweht. Die Sonne zeigt sich in der Wüste zwar auch im Winter, dafür wird es nachts empfindlich kalt.
Für die Wintermonate Kleidung wie für den europäischen Herbst, einschließlich Jacke und Regenmantel. Leichte, atmungsaktive Sommerkleidung für den Sommer sowie für die Abende auch leichte Wollsachen. Auch im Süden sollten für die Nächte Wollsachen mitgebracht werden.
Landessprachen
Amtssprache ist Arabisch. Tunesisch, ein westarabischer Dialekt, sowie Berber-Sprachen werden als Umgangssprachen gesprochen. Französisch ist Handels- und Bildungssprache – es wird als Zweitsprache in den Schulen gelehrt. Englisch und Deutsch versteht man
Einreisebestimmungen
Zur Einreise wird im Normalfall ein Reisepass benötigt. Der deutsche Kinderausweis muss mit einem Lichtbild versehen sein. Der Eintrag von Kindern in den Reisepass eines Elternteils ist (auch ohne Lichtbild) zwar grundsätzlich ausreichend. Es wird jedoch die Vorlage eines Kinderausweises oder eigenen Reisepasses empfohlen.
Die vorherige Einholung eines Visums ist nicht erforderlich. Nach der Einreise können sich Besucher bis zu 3 Monate in Tunesien aufhalten. Der von den tunesischen Grenzbehörden ausgegebene Einreisenachweis "Carte de visiteur non-résident" ist sorgfältig aufzuheben und bei Wiederausreise vorzulegen.
Von der Vorlagepflicht eines Reisepasses kann bei der Einreise abgesehen werden, wenn der deutsche Reisende stattdessen einen Personalausweis und Buchungsunterlagen zu einer Pauschalreise mit sich führt (Hin- und Rückflugticket zuzügl. Hotelvoucher für die Dauer des vorgesehenen Aufenthalts).
Alleinreisende Minderjährige sollten eine beglaubigte Vollmacht der / des Sorgeberechtigten mit sich führen.
Impfungen
Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts empfiehlt Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über drei Monate auch Hepatitis B. Bei besonderer Exposition (Landaufenthalt, Jagd, Jogging u.a.) kann im Einzelfall ein Impfschutz auch gegen Tollwut und / oder Typhus sinnvoll sein. Im persönlichen Beratungsgespräch mit dem Tropenarzt bzw. dem Impfarzt mit tropen- und reisemedizinischer Erfahrung sollen diese und andere Fragen entschieden werden.
Eine gültige Gelbfieberimpfung wird bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt. HIV / Aids ist weltweit ein Problem und kann eine Gefahr für alle sein, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können dann ein erhebliches lebensgefährliches Risiko bergen.
Gesundheit
Durch hygienisches Essen und Trinken (nur abgekochtes, nicht lau aufgewärmtes) und konsequenten Mückenschutz (Repellentien, Mückennetz, bedeckende Kleidung, Verhalten) können die meisten Durchfälle und andere Tropen- und Infektionserkrankungen ganz vermieden werden. Weitere Tropen- und Infektionserkrankungen kommen vor, allerdings in sehr unterschiedlicher Gefährdung der Reisenden.
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht ganz zu vergleichen und ist auf dem Land evtl. technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Gelegentlich fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch / Französisch sprechende Ärzte in der Peripherie. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind jedenfalls dringend empfohlen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden (Kühlkette?). Auch hierzu ist individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.
In allen Krankenhäusern und bei Ärzten erfolgt die Behandlung nur gegen Barzahlung.
Nachtapotheken sowie die am Sonntag geöffneten Apotheken sind in den Tageszeitungen aufgeführt.
1 Euro ca. 1,78 Tunesische Dinar.
Eine Einfuhr der Landeswährung ist nicht erlaubt, Fremdwährungen dürfen in unbegrenzter Höhe eingeführt werden. Bei hohen Beträgen gilt Deklarationspflicht.
Währungsrechner
1 Tunesischer Dinar
=
0.78 €
5 Tunesischer Dinar
=
3.91 €
10 Tunesischer Dinar
=
7.82 €
25 Tunesischer Dinar
=
19.54 €
50 Tunesischer Dinar
=
39.09 €
100 Tunesischer Dinar
=
78.18 €
200 Tunesischer Dinar
=
156.35 €
500 Tunesischer Dinar
=
390.88 €
1000 Tunesischer Dinar
=
781.75 €
1 €
=
1.28 Tunesischer Dinar
5 €
=
6.4 Tunesischer Dinar
10 €
=
12.79 Tunesischer Dinar
25 €
=
31.98 Tunesischer Dinar
50 €
=
63.96 Tunesischer Dinar
100 €
=
127.92 Tunesischer Dinar
200 €
=
255.84 Tunesischer Dinar
500 €
=
639.59 Tunesischer Dinar
1000 €
=
1279.18 Tunesischer Dinar
Sehenswürdigkeiten
Zum Weltkulturerbe gehören: Amphitheater von El-Djem, Ruinen von Karthago, Altstadt von Tunis, Nationalpark Ichkeul, Punische Stadt Kerkuan und ihre Totenstadt, Altstadt von Sousse, Altstadt von Kairouan, Ruinen der antiken Stadt Dougga/Thugga
Bevölkerung
Fast alle der rund 9,2 Millionen Tunesier sind arabischer Abstammung. Nur rund 2% gehören anderen ethnischen Gruppen an, teils mit europäischer Abstammung. Rund 60% der Bevölkerung leben in den Städten, bevorzugt in den Küstenregionen.
Allgemeine Informationen
Reise-und Sicherheitshinweise des Landes entnehmen Sie bitte dem folgenden
POST- UND FERNMELDEWESEN:
Telefon: Internationale Direktdurchwahl.
Von Tunesien nach Deutschland: 0049 * Ortskennzahl ohne die Null + Teilnehmerzahl
Landesvorwahl: 216. Ortsnetzkennzahlen: Tunis und Bizerte (71), Manzil Burgiba (72), Sousse (73), Gabès (75), Kairouan (77), Tabarka, Beja und Indouba (78).
Mobiltelefon: GSM 900. Die Hauptanbieter sind Orascom Telecom Tunisie (Internet: www.orascomtunisie.com) und Tunisie Telecom.
Faxe: Können in den großen Städten, Hotels und Postämtern aufgegeben werden.
Internet/E-Mail: Internetcafés sind in den größeren Städten wie Tunis oder Sousse vorhanden. Hauptinternetanbieter sind ATI (Internet: www.ati.tn), Planet Tunisie (Internet: www.planet.tn) und 3S Global Net (Internet: www.gnet.tn). In Tunis, Tahar ben Amar, Sousse und Nabeul gibt es Internetcafés.
Telegramme: Das Telekommunikationszentrum in Tunis befindet sich in 29 Jamal Abdelnasser. Am Zentralpostamt an der Rue Charles de Gaulle in Tunis sowie in den meisten Hotels kann man Telegramme aufgeben.
Post: Luftpost nach Europa dauert 3-5 Tage. Einen Schalter für postlagernde Sendungen gibt es in den meisten Postämtern. Öffnungszeiten der Postämter: Sommer (i. allg. 1. Juli - 31. Aug.): Mo-Sa 08.00-13.00 Uhr. Winter: Mo-Fr 08.00-12.00 und 14.00-18.00 Uhr, Sa 08.00-12.00 Uhr. Während des Ramadan: Mo-Sa 08.00-15.00 Uhr.
Inlandflüge mit TunInter (der nationalen Airline von Tunis Air, Tel. 069/ 72 71 00 19) sind vor Ort gebucht preiswerter. Ein Flug von Tunis nach Tozeur kostet z. B. ca. 65 Euro. Weitere Ziele ab Tunis: Monastir, Djerba, Sfax und Tabarka.
Busse und Sammeltaxis: Um auch abgelegenere Orte zu erreichen, sind Busse und Sammeltaxis (Louages) geeignet. Letztere fahren erst, wenn sie voll besetzt sind. Der Fahrpreis wird - je nach Streckenlänge - durch die Zahl der Passagiere geteilt. Die Strecke Tunis - Tozeur kostet ab 10 Euro pro Person.
Mietwagen: In allen touristisch relevanten Orten und an den Flughäfen gibt es Niederlassungen von Autovermietern.
Versicherungstipps
Der Versicherungsschutz im Ausland durch die gesetzlichen Krankenkassen gilt nicht für Tunesien. Daher sollten Sie sich auf jeden Fall durch eine Reisekrankenversicherung absichern, die wir gerne abschließen.
Trinkgeld
Wenn man mit dem Service zufrieden ist, sollte sich das auch im Trinkgeld wiederspiegeln. Üblich sind 10 bis 15 Prozent des Rechnungsbetrages. Man sollte beachten, dass viele Kellner auf Nebeneinnahmen angewiesen sind.
Anreisemöglichkeiten
Flüge von vielen europäischen Städten zu folgenden internationalen Flughäfen: Tunis/Carthage, Monastir/Skanès, Derba/Melitta, Nefta/Toeur. Sfax und Tabarka
Da der Islam die Abbildung von Menschen verbietet, sollte man auf jeden Fall immer fragen, ob man fotografieren darf, meist gibt es dann keine Probleme, im Gegenteil. Oft stellen sich Leute direkt dazu, um mit auf das Bild zu kommen.
Shopping
Das tunesische Kunsthandwerk hält schöne Mitbringsel bereit, und die beste Auswahl bietet in der Regel der vor Waren überquellende Souk: man bummelt durch die engen, belebten Gassen, schaut den Handwerkern zu, probiert eine typische rote Filzkappe, schnuppert an Parfums oder ersteht vielleicht nach langen Verhandlungen einen Teppich. Besonders reizvoll sind die Goldschmiede- oder Gewürzsouks. Die Geschäfte im Souk sind nach mittelalterlichen Zunftregeln angeordnet, wobei die wertvolleren Güter nahe der Großen Moschee zu finden sind.
Sitten und Bräuche
Beim Betreten eines Geschäftes oder Büros begrüßt man den Eigentümer oder das Personal.
Bevor man bei einem Gespräch zu anderen Themen übergeht, ist es üblich sich nach der Gesundheit der Familie des Gesprächspartners zu erkundigen.
Tunesien ist ein islamisches Land. Zwar hat man keinerlei Vorschriften darüber, welche Hand für welche Tätigkeit zu benutzen ist, aber es wird durchaus erwartet, dass ausländische Besucher sich nicht zu locker kleiden, d.h. Knie und Oberarme sollten bedeckt gehalten werden.
Während es nicht ungewöhnlich ist, dass Freunde gleichen Geschlechts händchenhaltend die Straße entlang gehen, gilt der öffentliche Austausch von Zärtlichkeiten zwischen Mann und Frau als ungehörig.
Gäste werden gewöhnlich gebeten, zum Essen zu bleiben. Der Gast sollte wenigstens eine Kleinigkeit probieren, um den Gastgeber nicht zu beleidigen.
Hammamet entdeckten die Europäer als Urlaubsort bereits Anfang des letzten Jahrhunderts. Der Tourismus ist seit den 70er Jahren Haupteinnahmequelle des ehemals verschlafenen Fischerörtchen und damit i ...